Alles erlaubt? Wo die Grenzen beim Wunschkennzeichen liegen

Der Wunsch nach Individualität und Anderssein macht vor dem eigenen Auto nicht Halt. In Form eines Wunschkennzeichens haben Kfz-Besitzer auch die Möglichkeit dazu. Ein solches Kennzeichen eröffnet Autofahrern die Chance, anstelle eines unpersönlichen Mixes aus Zahlen und Buchstaben dem eigenen Fahrzeug eine persönliche Note zu verleihen. Überrascht sind viele Auto- oder Motorradbesitzer, dass beim Wunschkennzeichen keineswegs alles erlaubt ist. Doch wo genau liegen die Grenzen?

Was ist grundsätzlich verboten?

Deutschland ist sich natürlich auch im 21. Jahrhundert seiner auf der eigenen Vergangenheit basierenden Verantwortung bewusst. In das Wunschkennzeichen dürfen demnach keine Abkürzungen integriert werden, die in irgendeiner Weise mit dem Nationalsozialismus in Zusammenhang stehen. Dies gilt auch bei für kurze Fahrten geeigneten Kurzzeitkennzeichen oder rund um Wunschkennzeichen für Oldtimer. AH als Abkürzung für Adolf Hitler ist demnach außen vor. Auch die Abkürzungen SA, SS und SD dürfen nicht aufs Kennzeichen gebracht werden, was ebenfalls für HJ, KZ und NS gilt. Je nach Region können weitere Abkürzungen hinzukommen. Bis auf AÖ (Altötting) sind zudem Umlaute verboten, da andere europäische Alphabete kein Ä, Ö und Ü kennen.

Sind Wortspiele und Initialen erlaubt?

Generell gilt: Solange Wunschkennzeichen keine verbotenen Abkürzungen enthalten, ist alles erlaubt. Absolute No-Gos sind die bereits erwähnten NS-Verbindungen sowie diskriminierende, gewaltverherrlichende und sexuelle Anspielungen. Sehr häufig greifen Fahrzeugbesitzer auf die eigenen Initialen zurück – gerne ergänzt mit dem Geburtsjahr. Diese beliebte Kombination erfreut zwar insbesondere Freunde, Bekannte und Verwandte, könnte aber für Kriminelle interessant sein, die bereits mit wenigen persönlichen Informationen großen Schaden anrichten können. Auch Wortspiele zählen zu den besonders beliebten Wunschkennzeichen, indem sie auf Spitznamen oder lustige Dinge Bezug nehmen.

Sind Wunschkennzeichen auch an Oldtimern zulässig?

Grundsätzlich haben Besitzer historischer Fahrzeuge die Möglichkeit, ein Wunschkennzeichen zu beantragen. Nationalsozialistische Abkürzungen sind aber auch hier untersagt, während Wortspiele und Initialen willkommen sind. Zudem können Besitzer wieder auf Altkennzeichen zurückgreifen, die 2012 vom Bund zugelassen worden sind. Beliebt sind die Altkreise insbesondere bei ostdeutschen Patrioten, wie die Übersicht „neuer alter“ Kennzeichen beweist. Unterschiede zu Autos ohne historischen Status bestehen mit Blick auf erlaubte und unerlaubte Abkürzungen demnach keine. Jedoch weisen Wunschkennzeichen für Oldtimer den Zusatz H auf, der das Fahrzeug als historisch ausweist. Platziert wird das H in der Regel ganz am Ende nach den Ziffern – wie bei Oldtimern mit normalem H-Kennzeichen. Die Kosten betragen übrigens lediglich 12,80 € pro Wunschkennzeichen (10,20 € plus 2,60 € Online-Reservierung). Dies bedeutet: Die Finanzierung von Oldtimern verteuert sich dadurch nur unwesentlich.

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