Platter Reifen – was tun bei einer Reifenpanne?

Das wichtigste zuerst: atmen Sie tief durch und bewahren Sie Ruhe. Halten Sie sich an folgende Schritte:

  1. Schalten Sie den Warnblinker an.
  2. Gehen Sie vom Gas (nicht Bremsen) und vermeiden Sie ruckartige Lenkbewegungen.
  3. Lassen Sie den Wagen auf dem Seitenstreifen oder einem freien Platz ausrollen.
  4. Stellen Sie das Warndreieck auf und ziehen Sie die Warnweste an.

Nun haben Sie das Fahrzeug sicher zum Stehen gebracht. Jetzt können Sie sich dem platten Reifen widmen. Schauen Sie im ersten Schritt im Kofferraum nach. Befindet sich dort ein Ersatz- oder Notrad, sowie ein Wagenheber, können Sie den Reifen wechseln. In neueren Autos finden Sie oft ein Pannenset. Auch in diesem Fall besteht Chance auf eine Weiterfahrt.


Wie wird im Notfall der Reifen gewechselt?

  • Schritt 1 – die Vorbereitung: Reifen wechseln ist leichter als Sie denken – es müssen nur einige Dinge beachtet werden. Der erste Blick sollte in die Betriebsanleitung geworfen werden. Diese finden Sie meistens im Handschuhfach. Dort ist beschrieben, wo an Ihrem Fahrzeug der Wagenheber angebracht werden sollte. Im nächsten Schritt sollte das Werkzeug bereitgelegt werden. Im Normalfall befindet sich Notfallwerkzeug im Kofferraum. Schauen Sie in den Seitenfächern oder unter der Kofferraummatte nach. Zur Mindestausstattung gehören ein Wagenheber und ein Radkreuz (bzw. Radmutternschlüssel). Wenn möglich suchen Sie einen kleinen Behälter, indem Sie die Radmuttern verstauen können, damit diese nicht verloren gehen. Schauen Sie in der Ersatzreifenmulde im Kofferraum nach, ob dort ein Not- oder Ersatzrad liegt. Das Notrad erkennen Sie daran, dass es deutlich leichter und schmaler als Ihre normalen Räder ist. Es ist außerdem häufig mit einem Warnhinweis versehen. Im Normalfall dürfen Sie mit diesem Rad nicht schneller als 80 Km/h und nicht weiter als zur nächsten Werkstatt fahren. Das Ersatzrad ist baugleich mit den bereits montierten Rädern. Dieses kann auch nach der Reparatur weitergefahren werden. Wir empfehlen jedoch noch einmal in einer Werkstatt den Reifendruck, die korrekte Montage und den Zustand der Radaufhängung überprüfen zu lassen.

  • Schritt 2 – den Wagen in Position bringen: Es ist von größter Wichtigkeit, dass das Fahrzeug auf einer ebenen und festen Fläche steht. Wenn dies nicht der Fall ist, kann es passieren, dass das Fahrzeug vom Wagenheber rollt. Dabei können im schlimmsten Fall Menschen verletzt werden. Im besten Fall entstehen Schäden an Ihrem Fahrzeug. Ziehen Sie außerdem die Handbremse an und legen Sie einen Gang ein. Bei einem Automatikwagen schalten Sie in den Parkmodus (P). Platzieren Sie dann den Wagenheber an der in der Betriebsanleitung angegebenen Stelle. Pumpen Sie den Wagenheber so lange hoch, bis er das Fahrzeug berührt – nicht weiter.

  • Schritt 3 – das Rad abmontieren: Setzen Sie nun mit dem Radkreuz an die Schrauben des Rads an. Lösen Sie diese nur leicht mit einer viertel bis halben Drehung. Wenn alle Schrauben leicht gelöst sind, pumpen Sie das Fahrzeug etwas hoch, sodass sich das Rad ein paar Zentimeter über dem Boden befindet. Jetzt können Sie alle Radschrauben vollständig herausdrehen. Die letzte Schraube hält das Rad in Position. Bei dieser ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Pressen Sie eine Hand mittig auf das Rad und lösen Sie mit der anderen die Schraube. Wenn die Schraube das Rad verlassen hat, nehmen Sie die jetzt freie Hand zur Hilfe und entfernen Sie das Rad gleichmäßig vom Fahrzeug.

  • Schritt 4 – das neue Rad montieren: Heben Sie das Rad gleichmäßig an und versuchen Sie die Radanbindung bestmöglich zu treffen. Bei einem Automatikwagen dreht sich die Bremsscheibe beim Ausrichten der Felge nicht mit. Das erleichtert den Radwechsel etwas. Sollten Sie bei Ihrem Schaltwagen Probleme bei der Positionierung der Felge haben, nehmen Sie eine der Schrauben und stecken diese vorm Anheben des Rads in eines der vorgesehenen Löcher in der Felge. Damit haben Sie einen Kontaktpunkt und können die Felge besser an dem Achsloch platzieren. Drehen Sie nun die erste Schraube mit der Hand so fest wie möglich. Alle weiteren Schrauben können nun mit leichtem Druck in die restlichen Löcher montiert werden. Sollten die Schrauben nur sehr schwer einzudrehen sein, stimmt etwas nicht. In den meisten Fällen ist das Gewinde beschädigt. Versuchen Sie die Schraube in einem besseren Winkel einzudrehen. Wenden Sie auf keinen Fall Gewalt an, da sonst ein Sicherheitsrisiko bei der Fahrt entsteht. Nun können Sie den Wagenheber wieder soweit senken, dass das montierte Rad leicht den Boden berührt. Im Normalfall würden Sie jetzt mit einem Drehmomentschlüssel die Schrauben festziehen. Da Sie diesen im Notfall aber sehr wahrscheinlich nicht zur Hand haben, ziehen Sie die Schrauben kreuzweise mit dem Radkreuz fest. Versuchen Sie dabei viel Kraft aufzuwenden, ohne Ihr volles Gewicht gegen das Kreuz zu werfen. Mit dieser Methode gelingt es häufig das Rad auf einem akzeptablen Drehmoment anzuziehen. Wichtig ist trotzdem, dass Sie schnellstmöglich in die nächste Werkstatt fahren, um das Fahrzeug und das Rad auf mögliche Schäden untersuchen zu lassen.

  • Schritt 5 – den Reifendruck kontrollieren: Fahren Sie, nachdem das neue Rad anmontiert wurde, schnellstmöglich zur nächsten Werkstatt oder Tankstelle, um den Luftdruck zu kontrollieren. Den richtigen Druck finden Sie in der Betriebsanleitung oder im Tankdeckel Ihres Fahrzeugs. Dieser wird der aktuellen Beladung angepasst.

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Wie wird ein Reifenpannenset benutzt?

Vor der Anwendung des Reifenpannensets sollten Sie in Betracht ziehen, dass der Reifen nach der Anwendung in den meisten Fällen nicht wieder repariert werden kann. Wenn Sie das Rad abmontieren, besteht eine höhere Chance, dass der Reifen noch gerettet werden kann. Der große Vorteil des Reifenpannensets ist jedoch, dass dieses auch auf ungeradem Untergrund angewandt werden kann. Sie können dieses also auch problemlos am unasphaltierten Straßenrand anwenden. Beachten Sie, dass das Reifenpannenset nicht für eine dauerhafte Reparatur des Reifens geeignet ist. Nach der Anwendung sollten Sie schnellstmöglich die nächste KFZ-Werkstatt aufsuchen.

  • Schritt 1 – Den Fremdkörper entfernen: Damit das Reifenpannenset den Reifen wieder richtig verschließen kann, muss der Fremdkörper gesucht und entfernt werden. Versuchen Sie über Ihr Gehör die „pfeifende“ Stelle auszumachen. Sollte der Reifen bereits vollkommen entleert sein, fällt es etwas schwerer das Objekt auszumachen. In manchen Fällen hat sich der Fremdkörper auch von selbst wieder aus dem Reifen entfernt oder es gab einen anderen Grund für den Schaden. Sie sollten sich in jedem Fall sicher sein, dass das Objekt entfernt wurde, denn Sie haben nur einen Versuch bei der Anwendung des Reifenpannensets.

  • Schritt 2 – Die Anwendung des Reifenpannensets: Sie finden das Reifenpannenset im Normalfall in der Ersatzreifenmulde unter der Kofferraummatte. Es gibt im Handel verschiedene Produkte, die häufig ähnlich angewandt werden. Beachten Sie dafür die Bedienungsanleitung. Im Normalfall wird ein kleiner Kompressor an den Zigarettenanzünder und das Ventil des beschädigten Reifens angeschlossen. Beim Start des Kompressors wird Luft mit einem Dichtmittel in den Reifen geblasen. Sollte sich an Ihrem Reifenpannenset eine lose Kartusche befinden, so ist in dieser das Dichtmittel gelagert. Diese muss zwischen den Kompressor und den Reifen angeschlossen werden. Der Kompressor bleibt angeschlossen, bis der Reifen den geforderten Druck erreicht hat. Den richtigen Druck für Ihr Fahrzeug finden Sie im Handbuch oder Tankdeckel Ihres Fahrzeugs.

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Was passiert, nachdem der Schaden behoben ist?

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Zahlt die Versicherung den Schaden?

Reifenschäden durch Reifenpanne sind nicht von der KFZ-Versicherung (auch nicht Vollkasko) abgedeckt. Es gibt die Möglichkeit Reifenversicherungen abzuschließen, die in der Regel zwischen 20 und 30 Euro im Jahr kosten. Diese lohnen sich aber nur in den seltensten Fällen und wir raten generell davon ab. Wenn Sie Teil eines Automobilclubs (ADAC, AVD, …) sind, können Sie sich bei einer Reifenpanne kostenlos zur nächsten Werkstatt abschleppen lassen. In einigen Fällen kann sogar noch an der Unfallstelle der Reifen gewechselt werden.

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Was kostet ein neuer Reifen?

Neue Reifen kosten in der Regel zwischen 40 und 150 Euro. Dabei ist die Qualität der Reifen der entscheidende Faktor für die Preisunterschiede. Bei der Qualität unterscheidet man zwischen verschiedenen Kriterien, wie Fahrverhalten (Handling und Bremsen auf verschiedenen Untergründen), Effizienz (Kraftstoffverbrauch und Lebensdauer) und Komfort (Lautstärke und Optik). Sie können sich an dem EU-Reifenlabel orientieren. Die Wertungen gehen von A (beste Wertung) bis G (schlechteste Wertung).

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Wo den neuen Reifen kaufen?

Natürlich bietet sich, wie so häufig, der Kauf im Internet an. Hier finden Sie die besten Preise und können komfortabel vergleichen. Damit das aber ohne Probleme funktioniert, brauchen Sie Ihre Reifengröße. Diese ist auf den bereits montierten Reifen Ihres Fahrzeugs ablesbar. Dort sollten Sie auf jedem Reifen jeweils sechs Zeichenfolgen sehen. Diese stehen für Reifenbreite, Querschnittverhältnis, Reifen-Bauart, Felgendurchmesser, Tragfähigkeit und Geschwindigkeitsindex. Wenn Sie diese Werte bei einem Onlinehändler für Reifen eingeben, erhalten Sie alle passenden Modelle für Ihr Fahrzeug und können bequem vergleichen.

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