Kurzzeitkennzeichen – Gelbes Nummernschild für Überführungsfahrten

Sie sind schnell beantragt, fünf Tage gültig und kosten nicht viel – Kurzzeitkennzeichen sind die Rettung für jeden Autofahrer, der einen neuen Wagen probefahren und an seinen Wohnort überführen möchte. Wir zeigen, wo es die gelben Kennzeichen gibt und was Autofahrer brauchen, um sie zu bekommen.

Jeder Autofahrer, der schon einmal einen Wagen außerhalb seines Wohnortes gekauft hat, kennt das Problem: Das Fahrzeug steht abgemeldet beim Verkäufer, zur Probefahrt und Überführung braucht es eine schnelle und unkomplizierte Übergangslösung. Hier hilft das Kurzzeitkennzeichen. Doch wo gibt es dieses gelbe Kennzeichen? Und welche Unterlagen müssen Autofahrer dafür parat halten?

Kurzzeitkennzeichen mit gelbem Rand

Noch bis Ende der 90er Jahre gab es neben den herkömmlichen Nummernschildern die roten Kennzeichen – sie dienten sowohl Händlern als auch Privatpersonen für Probefahrten und Überführungen. Seit 1998 sind diese roten Kennzeichen jedoch nur noch Autohändlern und Sachverständigen vorbehalten – sie weiterzugeben, ist verboten. Privatpersonen können dagegen auf Kurzzeitkennzeichen zurückgreifen. Diese tragen aufgrund des gelben Streifens am rechten Rand auch die Bezeichnung „gelbes Kennzeichen“. In diesem gelben Kästchen steht in schwarzer Schrift das Ablaufdatum der Kurzzeitzulassung. Denn das gelbe Kennzeichen ist nur fünf Tage gültig – nämlich vom Tag der Beantragung an bis zum Ablauf des fünften Tages. Das Ablaufdatum wird über drei Zeilen aufgedruckt. In der obersten steht der Tag, in der mittleren der Monat und in der untersten Zeile das Jahr. Nach Ablauf dieses Zeitraums darf die Zulassung nicht mehr genutzt werden. Die Nummernschilder müssen aber nicht zur Zulassungsstelle zurückgebracht, sondern können einfach entsorgt werden. Aber Achtung: Auf gar keinen Fall dürfen sie weiterverwendet werden – weder am damit zugelassenen noch an anderen Fahrzeugen. Denn auch die gelben Kennzeichen sind an einen bestimmten Wagen gebunden.

Für kurze Fahrten gedacht

Bestimmt sind die Kurzzeitkennzeichen vor allem für kurze Fahrten wie Probefahrten oder Fahrzeugüberführungen. Probefahrten sind gesetzlich als Fahrten mit konkreter Kaufabsicht definiert.

Doch auch Wege zu TÜV oder Dekra können mit dem gelben Kennzeichen zurückgelegt werden. Hier greift aber eine Ausnahmeregel. Denn seit April 2015 gibt es die gelben Kennzeichen grundsätzlich nur noch mit gültiger Hauptuntersuchung. Ist der TÜV abgelaufen, kann das Fahrzeug unter bestimmten Umständen mit dem Kurzzeitkennzeichen zur Untersuchung gefahren werden. Hier gilt es aber, einiges zu beachten: So dürfen Autobesitzer ihren Wagen nur in einem vorher festgelegten Bereich und mit festgelegtem Zweck bewegen. Konkret heißt das: Sie dürfen mit dem Kurzzeitkennzeichen zur Begutachtungsstelle sowie zur Haupt- und Sicherheitsuntersuchung fahren und – werden Mängel festgestellt – anschließend zur Werkstatt. Dabei gilt es, den kürzesten Weg zu wählen und im Zulassungsbezirk, maximal im angrenzenden Bezirk zu bleiben. Hat das Fahrzeug die Hauptuntersuchung bestanden, dürfen mit dem Kurzzeitkennzeichen auch Probefahrten oder Fahrzeugüberführungen durchgeführt werden.

Kurzzeitkennzeichen sind schnell beantragt

Wer schon im Vorfeld weiß, dass er ein gelbes Kennzeichen benötigt, beantragt es einfach bei der örtlichen Zulassungsbehörde. Dazu braucht es lediglich eine eVB-Nummer (elektronische Versicherungsbestätigung) für fünf Tage, die Kfz-Versicherungen gegen eine kleine Prämie meist direkt am Telefon ausstellen. Mit wenigen Klicks kann die eVB-Nummer auch online beantragt werden. Außerdem benötigt die Zulassungsstelle den Personalausweis oder Reisepass samt Meldebestätigung, den Fahrzeugschein oder -brief sowie einen Nachweis über die gültige und noch aktuelle Hauptuntersuchung. Wer im Auftrag anderer Personen handelt, braucht zusätzlich eine Vollmacht, wer im Auftrag einer Firma handelt, eine Gewerbeanmeldung beziehungsweise einen Auszug aus dem Handelsregister.

Kurzentschlossene können das Kurzzeitkennzeichen aber auch am Standort des Wagens beantragen – sie müssen also nicht am Wohnort zur Zulassungsstelle gehen. Manche Behörden bieten zudem an, die zeitlich begrenzte Zulassung online zu beantragen. So entgehen Autokäufer langen Wartezeiten im Amt, müssen aber in der Regel einen Tag auf die Zustellung ihrer Nummernschilder warten. Doch Achtung: Online bestellt können Kurzzeitkennzeichen teurer sein als bei der Zulassungsstelle. Wer das gelbe Kennzeichen direkt bei Zulassungsstelle beantragt, zahlt dafür nämlich nur 13,10 Euro. Hinzu kommen Kosten für die Schilder in Höhe von etwa 20 bis 30 Euro, die Versicherungsprämie, die sich in der Regel auf um die 30 Euro beläuft, sowie eventuelle Ausnahmegenehmigungen, zum Beispiel für die Umweltzone. Wer alle Unterlagen parat hat, kann die Kennzeichen dann sofort mitnehmen und mit dem neuen Wagen nach Hause fahren.

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